1. Vorsitzender Markus Stadolka

Das Licht der Welt erblickte ich in Burghausen an der Salzach, am 24. Vorstand11CM0196Oktober 1972. Aufgewachsen bin ich im schönen und wildreichen Rottal-Inn, wo auch früh meine Begeisterung für die Falknerei und die Jagd geweckt wurde.
Da mein Vater ein begeisterter Brieftaubenzüchter war, war es nicht immer einfach meine Faszination für Greifvögel ausleben zu können.
Es war eine Zeit da man kaum Falknereien kannte und das Internet gab es in der heutigen Form noch nicht. Ich war gerade mal 15 Jahre alt. So war der Erwerb des Buches „Der wilde Falk ist mein Geselle“ von Renz Waller ein Meilenstein in meiner falknerischen Entwicklung.
Ein weiterer Meilenstein war der Besuch einer Tagung des Österreichischen Falknerbundes. Davon infiziert machte ich mich sofort an den Jagdschein, welcher gemeistert wurde und danach, wie konnte es anders sein, wurde die Falknerprüfung in Angriff genommen.
Ich besuchte einen Vorbereitungslehrgang des Deutschen Falknerordens in Armerdingen und legte erfolgreich die Falknerprüfung am 18 Oktober 1994 ab.Erste Erfahrungen sammelte ich mit Pfleglingen, Turmfalke, Bussarde, Waldkauz waren mir nicht fremd.
Mein erster eigener Greifvogel war ein Lannerfalkenweib, die ich auf das Federspiel flog. Ich war der glücklichste Mensch. Der Kontakt zu anderen Falknern und Greifvogelfreunden ermöglichte mir zwei Jahre später den Erwerb eines Sakretes (männlicher Sakerfalke), dieser flog auch sehr gut aufs Federspiel, aber lahnte (laut betteln) auch ständig, sehr zum Leidwesen meiner Nachbarn. Ich bewunderte die Krähenjagd mit dem Falken und so versuchte ich mich darin, aber das war alles gar nicht so einfach. Dank hilfsbereiter Freunde stellte sich der Erfolg nach ein paar lehrreichen Jahren dann ein.
Also beizte ich Krähen mit Wanderfalke, Habicht, Sakret und Ger- Wanderterzeln. Letztere waren die besten Krähenjäger, aber leider ist das ja heute Geschichte weil Hybriden (Kreuzungen mit einem einheimischen Anteil) verboten wurden.Durch einen guten Falknerfreund ergab sich dann die Jagdmöglichkeit mit dem Vogel auf Fasan und Rebhuhn. So kam es das ein Wanderfalkenterzel, der eigentlich für Schulklassen und Öffentlichkeitsarbeit angeschafft wurde, zur Rebuhn- und Fasanenbeize als Anwarter seine Verwendung fand.
So zog mich die Anwartefalknerei, welche ich früher belächelte, in ihren Bann. Leider starb der Terzel mit vier Jahren auf einem Strommasten. Zum Glück gab mir ein guter Freund einen Ger- Ger- Shahinterzel. Mit diesem Vogel erfreue ich mich heute noch über schöne Flüge. Ich hoffe das es noch lange so bleibt!
In das Vereinsgeschehen trat ich ein, als ich feststellte das uns Falknern leider ein frostiger Wind entgegen bläst. So ganz nach dem Motto „Schimpfen über Politik darf nur der, der auch mitgestaltet“
So kann ich nur jedem raten nicht alleine oder unorganisiert zu kämpfen sondern die Gemeinsamkeit macht uns stark. Wir Falkner müssen geschlossen hinter unserer Leidenschaft stehen, Jeder für Jeden.
Ich bin heute ein Teil dieses Vereins, der mir sehr viel Freude bereitet und mein Leben mit vielen Freundschaften bereichert.
Kämpfen wir dafür das wir Falkner nicht noch mehr Einschränkungen hinnehmen müssen und die nächste Generation diese faszinierende Jagdart noch ausüben darf.

Tradition heißt nicht die Asche zu bewahren, sondern das Licht weiterzugeben!!

Ein Falkners Heil
Markus Stadolka

2. Vorsitzender Tom Stechl

„Falkenspieler“ hat man mich mal genannt und mich damit, denke ich, Vorstand11CM0184sehr gut beschrieben. Mit meinen jetzt knapp 50 Jahren, davon 35 den Gefiederten verschrieben, betreibe ich heute eine kleine Greifvogelzucht und gehe, soweit es Zeit und Gesundheit erlauben, in meiner Heimat Oberbayern auf Beizjagd mit Falke und Habicht.
Angefangen hat alles, wie bei den meisten Vogelfreunden, mit der Begeisterung und Faszination für alles Fliegende. Es folgten viele Stunden auf Feld und Flur- beobachtet und gesammelt wurde vom Gewölle bis zur kleinsten Feder. Langsam und mühsam waren „Lehre & Forschung“ ohne Unterstützung durch entsprechende Lektüre und Lehrmeister. Es gab nur wenige Bücher über Greifvögel und der erste „Klick“ ins Internet lag noch in weiter Ferne. Aber allmählich lernte ich Gleichgesinnte in meinem Umfeld kennen, man tauschte sich aus, gab untereinander Tipps und Hilfestellung und mehrte so das Wissen rund um das Thema Falknerei. 1980 erhielt ich die Möglichkeit, am Aufbau des Bayerischen Landesjagd- Falkenhofs Schloss Rosenburg in Riedenburg unter der Leitung von Josef Hiebeler mitwirken zu können. Dies ermöglichte einen Einblick in einen neuen Aspekt der Falknerei- der Gestaltung eines Greifvogelvorführungsbetriebs- eine ideale Voraussetzung, um mit verschiedensten Greifvogelarten, vom Turmfalken bis zum Bartgeier, zu arbeiten. Zudem war und ist die Rosenburg ein Anziehungspunkt für alle Greifvogelbegeisterten, und damit ein Ort, an dem über viele gute Gespräche mit Besuchern auch Kontakte zu anderen Falknern geknüpft werden konnte. Einer davon war Ernst Lüttger, ein Falkenzüchter aus Limburg, bei dem ich ein Jahr lang in der Zucht und der Ausbildung von Großfalken für den arabischen Raum tätig war. Zwischendurch durfte ich bei Alan Petersen in Dänemark meine Kenntnisse über die Zucht von Falken, aber auch von Rebhühnern erweitern.
Nach diesem Ausflug in den Norden ging es für eine Saison ins Nachbarland Österreich, genauer nach Kärnten in den Wildpark Rossegg. Mit zwei Greifvogelvorführungen pro Tag zwischen Steinböcken und Karawanken und dem Ausbilden einiger Falken zur Jagd war auch dieses Jahr gut genutzt.
Nach diesen Lehrjahren kehrte ich wieder in meine Heimat, den Landkreis Rosenheim zurück, um das Erlernte nun privat umzusetzen.

Tom Stechl